Unternehmertum ist etwas Wunderbares. Es bietet Freiheit, Verantwortung und die Möglichkeit, den eigenen Weg zu gestalten. Doch das Leben als Unternehmer dreht sich nicht nur um Wachstum, Chancen und Erfolg. Manchmal passieren Dinge, die es vorübergehend unmöglich machen, das Unternehmen weiterzuführen. Denken Sie an Krankheit, Pflegeverantwortung, persönliche Umstände oder eine Phase, in der Sie andere Entscheidungen treffen müssen.
Das kann eine schwierige Situation sein. Denn was machen Sie mit Ihrem Unternehmen, wenn Sie eine Zeit lang nicht arbeiten können?
Unternehmertum und Leben verlaufen nicht immer im Einklang
Als Unternehmer sind Sie oft die treibende Kraft hinter Ihrem Unternehmen. Wenn Sie ausfallen, kann auch Ihr Unternehmen langsamer werden oder zum Stillstand kommen. Dennoch gibt es viele Situationen, in denen Unternehmer vorübergehend aufhören müssen zu arbeiten oder ihre Aktivitäten reduzieren. Zum Beispiel:
- Krankheit oder Genesung nach einer Operation
- Schwangerschaft oder Elternschaft
- Pflege eines Familienmitglieds
- persönliche Umstände oder das Bedürfnis nach mentaler Erholung
- vorübergehend als Angestellter arbeiten
- Studium oder Umschulung
In solchen Situationen ist es wichtig zu wissen, dass Sie Ihr Unternehmen nicht unbedingt dauerhaft schließen müssen. Allerdings gibt es einige wichtige Dinge zu beachten.
Ein offizielles “Pausieren“ des Unternehmens ist nicht möglich
Viele Unternehmer denken, sie könnten ihr Unternehmen vorübergehend bei der Handelskammer (KvK) pausieren. In der Praxis gibt es jedoch keinen Pausenknopf. Ihr Unternehmen ist entweder im Handelsregister eingetragen oder abgemeldet.
Das bedeutet jedoch nicht, dass Sie Ihre Aktivitäten nicht vorübergehend reduzieren oder einstellen können. Wie Sie dabei vorgehen, hängt hauptsächlich davon ab, wie lange Sie voraussichtlich nicht arbeiten können.
Stillstand von weniger als etwa sechs Monaten
Erwarten Sie, dass Sie innerhalb weniger Monate wieder aktiv sind? In diesem Fall können Sie in der Regel im Handelsregister eingetragen bleiben.
In dieser Situation:
- nehmen Sie vorübergehend keine neuen Aufträge an
- informieren Sie Ihre Kunden oder Ihr Netzwerk darüber, dass Sie vorübergehend nicht verfügbar sind
- halten Sie Ihre Buchhaltung weiterhin aktuell
- geben Sie weiterhin Umsatzsteuer-Voranmeldungen ab (auch wenn es Nullmeldungen sind)
Ihr Unternehmen besteht weiterhin, arbeitet aber vorübergehend auf einem niedrigeren Niveau.
Ihr Unternehmen länger als sechs Monate nicht führen
Wenn Sie erwarten, dass Ihr Unternehmen für einen längeren Zeitraum inaktiv sein wird oder Sie nicht wissen, wann Sie wieder anfangen, kann eine Abmeldung bei der KvK die logischere Entscheidung sein.
Wenn Sie Ihr Unternehmen abmelden:
- endet Ihre Eintragung bei der KvK
- verlieren Sie Ihre Umsatzsteuer-Identifikationsnummer
- müssen Sie sich erneut anmelden, wenn Sie Ihr Unternehmen später wieder aufnehmen möchten
Das bedeutet nicht zwangsläufig das Ende Ihrer unternehmerischen Laufbahn. Viele Unternehmer melden sich später erneut an, wenn sich ihre Umstände ändern.
Ein “ruhendes“ Unternehmen
Einige Unternehmer entscheiden sich dafür, ihr Unternehmen eingetragen zu lassen, aber vorübergehend keine Aktivitäten auszuführen. Dies wird manchmal als ruhendes Unternehmen bezeichnet. Der Vorteil ist, dass ein späterer Neustart einfacher sein kann. Beachten Sie jedoch, dass Sie weiterhin für administrative Verpflichtungen und Steuererklärungen verantwortlich bleiben.
Nehmen Sie sich Zeit für die richtige Entscheidung
Sie könnten sich Fragen stellen wie:
- Wie lange werde ich voraussichtlich nicht arbeiten können?
- Möchte ich mein Unternehmen später weiterführen?
- Welche finanziellen Verpflichtungen bestehen in dieser Zeit weiter?
- Wäre es auch eine Option, vorübergehend weniger zu arbeiten?
Sich Zeit zu nehmen, um über diese Fragen nachzudenken, kann Ihnen helfen, eine Entscheidung zu treffen, die zu Ihrer Situation passt.
Unternehmertum bedeutet auch, schwierige Entscheidungen zu treffen
Viele Unternehmer sehen ein Aufhören oder Pausieren als eine Form des Scheiterns. Das ist jedoch nicht der Fall. Manchmal ist es sogar eine kluge und gesunde Entscheidung, Raum für andere wichtige Dinge zu schaffen. Schließlich geht es im Unternehmertum nicht nur um Wachstum, sondern auch darum, sich anzupassen, flexibel zu bleiben und manchmal einen Schritt zurückzutreten. Und die gute Nachricht ist: Wenn sich die Umstände ändern, können Sie oft wieder neu anfangen.
Tipp: Sind Sie unsicher, welche Entscheidung in Ihrer Situation die beste ist? Ziehen Sie in Betracht, mit einem Buchhalter, Berater oder Business-Coach zu sprechen. Diese können Ihnen helfen, die finanziellen und praktischen Auswirkungen zu verstehen und Sie bei der richtigen Entscheidung unterstützen.












